Jetzt erst recht: Hintern hoch!

Während gestern in einer unsäglichen "Rede" alles bisher Erreichte von Präsident Obama förmlich in den Boden getrumpelt wurde, stand in aller Stille eine neue Website im Netz. Auf ihr ist ein Satz zu lesen, wie man ihn von einem neuen Präsidenten erwartet hätte:
I'm asking you to believe. Not in my ability to create change — but in yours.
(Ich bitte euch, zu glauben. Nicht an meine Fähigkeit, einen Wandel herbeizuführen - sondern an die eure.") Nach all den Geschehnissen haben die Obamas ihren derzeitigen Urlaub sicher mehr als verdient - danach möchten sie sich beide in ihrer Foundation für demokratische Bildung einsetzen und der Frage nachgehen, wie die BürgerInnen des 21. Jahrhunderts aussehen könnten. Mit ihrer Berühmtheit, fern von Amtsverpflichtungen, könnten sie durchaus etwas bewegen - man darf gespannt sein.

Die Reise geht weiter. Jetzt erst recht.
Währenddessen marschieren Frauen (und auch Männer) weltweit beim Women's March, der per App organisiert wird, die auch Live-Infos gibt. Das alles sind Anfänge, winzige Schritte. Aber sie zeigen: Es formiert sich - nicht erst seit heute - überall eine Bewegung derer, denen Integrität, Demokratie, Menschenrechte und ein konstruktives Miteinander noch etwas bedeuten. Die sich eine andere Welt wünschen als die des Hasses und der Missgunst. Nach all dem Ekel, der Fassungslosigkeit, der Trauer, Wut und durchaus auch Angst, die ich - wie so viele - am gestrigen Abend empfand und immer noch empfinde, hat sich doch in der Nacht auch bei mir ein Knoten gelöst. Wut kann man herrlich umformen in Kreativität.

Manche wird es traurig machen, wenn ich nun mit Bestimmtheit wiederhole, dass es in absehbarer Zeit von mir keine "cozy crimes" geben wird, obwohl der erste Band schon zur Hälfte geschrieben war. Ich bin mir bewusst, dass wir in unruhigen Zeiten "cozyness", Katzenbildchen und kleine Fluchten brauchen, um auftanken zu können. Aber nette Krimis schreiben - das können andere auch, das machen so viele. Mir würde jetzt ein Krimi nur politisch geraten - und für dieses Genre bin ich nicht gut genug. Mein Schreiben ist ein anderes. Und als ich gestern trotz angekündigter Medienabstinenz die unsägliche Rede anhören musste, da wusste ich wieder: Ich bin doch mit Leib und Seele auch Journalistin. Mein Blog kommt meinen Plänen absolut entgegen, weil es ein zeitnahes, schnelles Schreiben ermöglicht, ein Schreiben jenseits der Mainstreamthemen außerdem. Vielleicht werde ich einzelne Themen irgendwann zusätzlich zum Buch machen, vielleicht aber auch nicht. Mich reizt im Moment die vergängliche Form.

StammleserInnen, die den Layout-Umbau beobachtet haben, können sich schon denken, was kommt. Natürlich wird mein Schmuck weiter breiten Raum einnehmen - davon will ich schließlich irgendwann leben können. Ich will aber auch hier über den Tellerrand schauen und andere KünstlerInnen aus dem Bereich Paper Art vorstellen.

Noch wichtiger jedoch ist es für mich, den Blickwinkel zu verändern. Kritik, Analysen, genaues Hinschauen - das alles ist ungeheuer wichtig heutzutage. Aber das ständige automatische Teilen und Verwenden samt der kritisierten Bilder und Zitate birgt auch die Gefahr, ausgerechnet diese in die Köpfe zu hämmern. Alles andere wird damit überschrien. Auch diese Analysen können andere besser - denn hier muss man richtig Geld in die Hand nehmen, Redaktionen aufbauen. Wenn mir gute Artikel unterkommen, werde ich sie empfehlen. Manchmal nur schnell via Twitter und FB, manchmal hier. Meine Social-Media-Kanäle sind ganz oben, ganz unten und im Menu zu finden.

Ich möchte ab jetzt die anderen Geschichten erzählen. Die etwas kleineren, die unbekannten. Ich möchte euch von Menschen auf der Welt erzählen, die sich für die Zukunft engagieren, indem sie sich in der Gegenwart aktiv für menschliche und demokratische Werte einsetzen oder ihre Ideen einfach leben. Weil ich glaube, dass wir wieder Beispiele, Vorbilder und Inspirationen brauchen. Vor allem aber das Gefühl, nicht allein zu sein. Das Beispiel Trump und die grauenhaften Aussagen von Rechtspopulisten und auch echten Faschisten in Europa, vor unserer eigenen Haustür, zeigen, dass es an der Zeit ist, den Hintern hochzukriegen und für das zu kämpfen, was diese Menschen zerstören wollen. Der amerikanische Präsident wischt mit einer Bewegung seiner kleinen Hände nicht nur Jahre weg, sondern Jahrzehnte, nicht nur die Arbeit seines Vorgängers, sondern die Mitarbeit von Kongress und Senat. Und es betrifft uns alle. So, wie es uns betrifft, wenn egoistisch-nationalistische Kräfte versuchen, Europa zu spalten und Demokratien zu schwächen.

Ich will euch ab jetzt von Gedanken und Ideen, von Lebensläufen und Aktionen erzählen, von UnternehmerInnen oder Makers, von KünstlerInnen oder WissenschaftlerInnen, von Stadt- und Landleuten. Die Hauptthemen findet ihr unter dem Titelbild in einem zweiten Menu. Und weil das keine Ego-Veranstaltung werden soll, freue ich mich natürlich immer über Anregungen per PN bei Twitter oder FB. Ich kann nicht alles berücksichtigen und habe schon eine Themenliste, aber es gibt so viel zu entdecken, was ich noch nicht kenne! Bleibt dran - ich hoffe, es wird spannend!

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Kommentare:

  1. Ich finde auch, wir sollten nicht nur wie gebannt darauf starren, was überall an Negativem geschieht. Positive Nachrichten und Geschichten von Menschen, die Alternativen leben und den Hintern hochkriegen sind dringend notwendig. Danke dafür!

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    1. Danke, sewsanne!
      Ist leider gar nicht so einfach, diese konstruktiven Geschichten zu finden, man muss sie dem Internet regelrecht entreißen. Die Algorithmen sind auf Übererregung gepolt, also gewinnt Hass und Sensation vor Inhalt. Ich hoffe, dass die Menschen irgendwann so die Nase voll davon haben und sich den schnellen Clickbaits verweigern, dass das irgendwann mal anders wird.

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  2. Ach wie schön, Petra.
    Ich liebe deinen Schmuck, aber der bleibt uns ja erhalten. Und nun freue ich mich sehr, wieder deine tollen Einträge zu lesen. In der heutigen Zeit sind sie mehr als nötig.
    Liebe Grüße
    Elli

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    1. Danke für die Blumen, Elli!
      Ich habe nur etwas seltener gepostet, weil ich eine neue Schmuckkollektion entwickle und dann noch quasi Doppelschicht in einem vorübergehenden Nebenjob schaffe, um das Heizöl zu verdienen. Dadurch blieb der Umbau hier liegen, aber jetzt läuft das Blog hoffentlich auf allen geräten fehlerfrei.
      Liebe Grüße,
      Petra

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