11.01.2012

Späte Ernte

11.01.2012
Nichts, aber auch gar nichts, was man im Leben an Umwegen macht, ist umsonst. Das habe ich eben beim Übersetzen wieder festgestellt, wo mir eine Passage über Parfumerie nicht nur besonders leicht von der Hand lief, sondern auch noch ungeheuer viel Spaß gemacht hat. Nicht nur, weil ich Duftnoten beim Lesen riechen kann. Meine Arbeit für Frauenzeitschriften in den frühen 1990ern war offensichtlich nicht umsonst, der Fachjargon sitzt. Und prompt habe ich damit wieder ein Spezialisierungsgebiet für Übersetzungen entdeckt - Kosmetik und Mode.

Mit Avantgarde bei Buchübersetzungen habe ich angefangen. Wer mein Blog länger liest, wird meine Leiden am Bestseller "Bohèmes" von Dan Franck miterlebt haben. Ich musste die harte Arbeit an dem 700-Seiten-Klotz trotz zweier sehr naher Todesfälle bewältigen, dazu als Anfängerin in Sachen literarische Übersetzung Texte von Apollinaire, Max Jacob oder André Breton schaffen. Ich kann mich kaum noch erinnern, wie ich es geschafft habe, neben einer Wohnungsauflösung und Monaten von Überbelastung. Umso schöner ist es, wenn dann etwas geschieht, was Übersetzern in der Regel eher selten zuteil wird: die Erwähnung in einer Zeitungskritik.

Die SZ schrieb zur deutschen Ausgabe von Dan Franck: Montparnasse und Montmartre:
"Zudem hat Petra van Cronenburg dieses voluminöse Buch elegant und federnd im Gesamtton, präzis und zugleich einfallsreich in der Wortfindung übersetzt. Das entspricht ganz der Hauptqualität des des Originals."
Auch in Phileas Blog gibt es eine Rezension.

Meine Übersetzungsarbeit ist auch der Grund für die Verlangsamung meines Blogs. Etwa 200 Normseiten in der Zielsprache Deutsch wollen in 26 Tagen übersetzt werden. Obwohl die reine Übersetzungszeit "nur" drei Stunden pro Tag beträgt (mehr schafft das Hirn nicht), sitze ich bis zu zehn Stunden am Tag am Schreibtisch. Da wollen botanische Namen recherchiert werden oder Fachausdrücke, da muss ich selbst erst etwas Gärtnerisches lernen, um nachvollziehen zu können, was die vieldeutige Autorin exakt meint. Überhaupt ist das die größte Herausforderung beim Übersetzen aus dem Französischen: Konnotationen miterfassen und präzise erkennen, was gemeint ist.

Eine kleine Notiz an mich selbst hätte ich außerdem: Ich sollte endlich aufhören, damit zu kokettieren, ich könne immer noch nicht richtig Französisch. Aber tatsächlich lassen es mich viele Franzosen heute noch schmerzhaft spüren, dass ich mich selbst nicht perfekt ausdrücken kann. Dass mich das Arbeitsamt vor ein paar Jahren als schlecht vermittelbar einstufte, weil meine Rechtschreibung und auch oft die Grammatik zu wünschen übrig ließen, ist leider keine erfundene Anekdote.

Inzwischen bin ich lockerer geworden. Schaut man mich beim Bäcker wieder einmal wie einen Alien an, weil ich nicht so wortgewandt über die Allüren des Bürgermeisters oder die nächsten Familienfeste herziehen kann, dann lächle ich die betreffende Person breit an und denke mir: "Lies du erst mal deinen Max Jacob oder Apollinaire im Original, dann sprechen wir weiter." Nein, Übersetzer müssen eine Fremdsprache selbst nicht absolut fehlerfrei beherrschen, sie müssen aber absout firm in der eigenen Muttersprache sein und ein linguistisches Gespür haben. Und wenn man keine Übersetzerin ist, sollte man sich erst recht nicht von Sprachschnöseln irre machen lassen, sondern frei reden und Fehler machen! Die machen die Leute im jeweiligen Land nämlich auch. Und natürlich lernt es sich leichter und freudiger, wenn die sich über jedes einzelne Wort aus dem Munde des Ausländers freuen, anstatt gleich über die Fehler herzuziehen.

Achtung: Veränderung bei den Blogs!

Wenn ich wieder Luft zum Denken und Arbeiten habe, wird es eine kleine Veränderung geben, die aber kaum spürbar sein wird. Mein nächstes Projekt wird ja das deutsch-russische Buch sein. Damit ich nun aber nicht diejenigen grenzenlos langweile, die sich für dieses Thema so gar nicht erwärmen können, lagere ich es aus diesem Blog aus. Meine Baden-Badener Spaziergänge, die ich tatsächlich ganz körperlich und echt mache, wird es weiterhin und wohl öfter im Blog "Zwischen den Stühlen" geben. Das Blog, das eigentlich für einen Roman gedacht gewesen war, wird "umgepfriemelt". Romane wollen doch lieber im Verborgenen wachsen. Drum wird dorthin auf "Romangeburt" künftig der Blick hinter die Kulissen des neuen Buchs verschoben (das Blog wird noch umbenannt werden). Und hier im "Hauptblog" geht es weiterhin um den allgemeineren Blick auf die Buchbranche, die Schreibwelt, Kunst und Kultur. Das Nijinsky-Blog läuft langsam aus, denn was es zu sagen gibt, kann man jetzt ja im Buch - oder in den anderen Blogs - nachlesen. Als Archiv wird es weiter im Netz bleiben.

Ich hoffe, dieser Weg ist auch für meine Leserinnen und Leser angenehm, die dadurch nicht mehr so sehr mit meinen "abseitigen" Special Interest Themen malträtiert werden. Und die Hartgesottenen unter den Fans werden leicht die Beiträge in den anderen Blogs finden - siehe Menüleiste rechts oben. Wer dann auch noch süchtig wird, kann so ein Blog per Feed abonnieren und ist so immer auf dem Laufenden, wenn ein neuer Beitrag hereinkleckert. Praktisch, wenn man nicht jeden Tag nachsehen will!

17 Kommentare:

Jan hat gesagt…

Uiii!!!
Liebe Petra, herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Kritik - einrahmen und aufhängen, so was passiert (leider) selten genug.

"Aber tatsächlich lassen es mich viele Franzosen heute noch schmerzhaft spüren, dass ich mich selbst nicht perfekt ausdrücken kann. Dass mich das Arbeitsamt vor ein paar Jahren als schlecht vermittelbar einstufte, weil meine Rechtschreibung und auch oft die Grammatik zu wünschen übrig ließen, ist leider keine erfundene Anekdote."

Das glaub ich dir aufs Wort - das scheint wohl typisch französisch zu sein.
Was ich sagen darf, weil ich bei Alfred Grosser mal gelesen hab (sinngemäß)- wenn man leidlich Englisch radebrechte, bekäme man von Engländern Komplimente zu hören, how wonderful!
Beherrsche man als Ausländer dagegen perfekt Französisch und erlaube sich im Gespräch einen Schnitzer, rümpften die Franzosen die Nase und tuschelten, was für ein gräßliches Französisch er oder sie doch spricht!

Du siehst, es geht nicht nur dir so.

PvC hat gesagt…

Gut, dass du es sagst, lieber Jan, und der Alfred Grosser und nicht ich ;-) Tatsächlich gibt es im Umgang mit Lob und Kritik ganz erhebliche nationale Unterschiede, Frank Peters, der hier auch öfter kommentiert, hat dazu mal die herrliche Story von Henry, Henri, Heinrich etc. geschrieben. Der Heinrich (also der in der Geschichte) ist ja derjenige mit dem "ja, AAAAABER!" ;-)

Ich bin dem Arbeitsamt heute noch dankbar für seine grenzdebilen Angestellten, die schließlich der Grund waren, dass ich mich auch als Übersetzerin lieber selbstständig gemacht habe.

Nomadenseele hat gesagt…

Eine kleine Notiz an mich selbst hätte ich außerdem: Ich sollte endlich aufhören, damit zu kokettieren, ich könne immer noch nicht richtig Französisch. Aber tatsächlich lassen es mich viele Franzosen heute noch schmerzhaft spüren, dass ich mich selbst nicht perfekt ausdrücken kann. Dass mich das Arbeitsamt vor ein paar Jahren als schlecht vermittelbar einstufte, weil meine Rechtschreibung und auch oft die Grammatik zu wünschen übrig ließen, ist leider keine erfundene Anekdote.

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Genau das ist der Grund, warum ich Französisch nie angefangen habe - so wichtig es für meine Studien auch gewesen wäre. Man spricht es den Franzosen nie gut genug.

PvC hat gesagt…

Nun ja, wer sind DIE Franzosen? So ein paar Amtsheinis und Behördenbetonköpfe sind für mich nicht DAS Frankreich und ich verweise darauf, dass es einem Ausländer auf dem deutschen Arbeitsamt womöglich auch nicht traumhaft ergeht?

Es gibt diesen Chauvinismus natürlich. Es gibt aber auch genügend andere Menschen. Bei meinen binationalen Europaprojekten bin ich auf solchen Chauvinismus nie gestoßen, und unter Künstlern schon gar nicht. Die jungen Leute lernen alle Englisch. Ich denke, es kommt immer darauf an, in welchen Kreisen man sich bewegt.

Mehr Selbstbewusstsein! Egal in welchem Land, in welcher Sprache - wir sehen es doch im Internet täglich: auch die Einheimischen beherrschen ihre eigene Sprache manchmal nur lausig. Das kann man doch toppen? ;-) Und vielleicht achten wir auch mal darauf, wie Ausländer in unserem Land behandelt und angesprochen werden?

Nomadenseele hat gesagt…

Ich habe bis jetzt immer nur gehört, dass sich die Leute bei diversen Paris-Besuchen geweigert haben, Schulfranzösisch (oder gar Englisch) zu verstehen. Ich habe es bis jetzt noch nie anders gehört von Leute, die dort waren.

Weswegen ich auch noch nie in Frankreich Urlaub gemacht habe und es auch gar nicht erst einsehe, mich mit der Sprache an sich zu beschäftigen. Es gibt andere Völker, die sind entgegenkommeder, dann lerne ich eben deren Sprache und fahre dort in der Urlaub *schulterzuck*.

Nomadenseele hat gesagt…

Im Überigen ist dies auch der häufigste Grund, als zweite Fremdsprache nicht Französisch, sondern Spanisch oder Latein zu nehmen: Den Franzosen spricht man die Sprache nie gut genug (und andere haben auch schöne Töchter / freuen sich, wenn man sich für ihre Sprache interessiert.)

Elisabeth Mardorf hat gesagt…

@nomadenseele: Noch nie in Frankreich gewesen, sich ausdrücklich weigern, die Sprache kennenzulernen,aber sich bestens auskennen, weil man mal was von anderen Leuten gehört hat: Das nenne ich doch mal die echte bescheidene Weltoffenheit einer Nomadenseele!
Das hier schreibt eine, die oft in Frankreich war, leider in der Schule nur wenig Französisch hatte, aber vor jedem Urlaub wieder in eigener Intitiative die Sprache büffelt, weil es einfach eine wunderschöne Sprache ist und weil es mehr Spaß macht, wenn man sich mit Menschen unterhalten kann und die Zeitung versteht, und weil "DIE" Franzosen es durchaus honorieren, wenn man sich um ihre Sprache bemüht.
Wenn Sie mit Ihrer Einstellung voller Vorurteile auf die Bewohner eines anderen Landes zugehen, werden Sie vermutlich auch nicht mit großer Herzlichkeit aufgenommen.
Und außerdem: Muffelköppe gibt es auch in Deutschland. Wie halt überall auf der Welt.
Putzigerweise will die Sicherheitsabfrage von mir gerade das Wort "Gratin" haben. Welch ein leckeres französisches Wort!

Nomadenseele hat gesagt…

Das hier schreibt eine, die oft in Frankreich war, leider in der Schule nur wenig Französisch hatte, aber vor jedem Urlaub wieder in eigener Intitiative die Sprache büffelt, weil es einfach eine wunderschöne Sprache ist und weil es mehr Spaß macht, wenn man sich mit Menschen unterhalten kann und die Zeitung versteht,
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Habe ich auch absolut nichts dagegen, das kann jeder halten wie er möchte. Ich lerne lieber Spanisch und Italienisch bzw. perfektioniere mein Englisch. An ihrem schlechte Ruf bezüglich des Sprachchauvinismus sind die Franzosen schließlich selbst schuld, der Artikel bestätigt diesen schließlich.

Nomadenseele hat gesagt…

Überings weise alle Bildungsstudien + meine eigene Erfahrung darauf hin, das sehr wenige noch Französisch in der Schule lernen möchten und lieber Spanisch lernen möchten. Hautargument (deutschlandweit!): Den Franzosen spricht man die Sprache ohnehim nie gut genug.

Und der schlechte Ruf kommt bestimmt nicht von ungefähr (siehe wieder den Artikel).

PvC hat gesagt…

Nomadenseele (welch ein Name in diesem Zusammenhang) - Sie schreiben "Ich habe bis jetzt immer nur gehört, dass sich die Leute bei diversen Paris-Besuchen geweigert haben, Schulfranzösisch (oder gar Englisch) zu verstehen."

Abgesehen davon, dass Sie Ihre Frankreichkenntnisse offensichtlich nur aus dritter Hand beziehen und Paris nicht Frankreich ist (das Land ist so unwahrscheinlich vielfältig): Ich verstehe das Schulfranzösisch der Deutschen auch selten! Und das nach fast einem Vierteljahrhundert in Frankreich und als Übersetzerin.

Sprache entwickelt sich ja weiter, vor allem unter jungen Leuten. Wenn dann jemand aus Deutschland kommt und mühevoll konstruiert, was man ihm eingepaukt hat, bekomme ich oft Mitleid: Was für ein Französisch haben die da gelernt? Stellen Sie sich umgekehrt jemanden vor, der beim deutschen Metzger Salami kaufen will und formuliert, als schreibe er einen Roman des frühen 19. Jahrhunderts. Der Metzger wird auch seine Probleme haben ... (Das Beispiel ist ein wenig konstruiert, weil wir keine vergleichbaren Sprachschichten haben). Ist der Metzger daran schuld? Ist er deshalb gleich Chauvinist? Was würde mit mir passieren, wenn ich mich empathisch in den Metzger versetzen würde?

Genau deshalb propagiere ich ständig: Leute seid mutig, redet, wie euch der Schnabel gewachsen ist, ruhig mit Fehlern, mit Händen oder Füßen, aber redet! Und wenn man sich auf diese Weise einmal kennengelernt hat, persönlich (!) kennengelernt, wenn man die ersten Freundschaften schließt, dann bleibt so manches unsinnige Vorurteil auf der Strecke. Irgendwann lacht man miteinander über die eigenen Ängste und Vorbehalte.

Gehen Sie einmal ins Grenzgebiet in die deutschen Schulen, wo der Unterricht ab der Grundschule zweisprachig läuft, schauen Sie sich den lebendigen Austausch der Schüler an mit ihren französischen Freunden, die ab der Grundschule Deutsch lernen. Wussten Sie, dass in Frankreich Ausländer sogar bei Kommunal- und Regionalwahlen wählen dürfen, ganz ohne Sprachkenntnisse, einfach nur so, weil sie da leben? So kommt es, dass wir in einem französischen Ort hier in der Nähe sogar die erste deutsche Bürgermeisterin haben. So viel zum Chauvinismus.

Aber ich will Sie nicht bekehren! Lernen Sie Spanisch. Und lernen Sie es perfekt, denn die Mentalität dieser Sprache ist auch eine romanische. ;-)

Nomadenseele hat gesagt…

Wussten Sie, dass in Frankreich Ausländer sogar bei Kommunal- und Regionalwahlen wählen dürfen, ganz ohne Sprachkenntnisse, einfach nur so, weil sie da leben?
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Da dies eine europäische Verordung ist, liegt der Gedanke durchaus nahe...

Nomadenseele hat gesagt…

Wenn dann jemand aus Deutschland kommt und mühevoll konstruiert, was man ihm eingepaukt hat, bekomme ich oft Mitleid: Was für ein Französisch haben die da gelernt? Stellen Sie sich umgekehrt jemanden vor, der beim deutschen Metzger Salami kaufen will und formuliert, als schreibe er einen Roman des frühen 19. Jahrhunderts.
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Du lebst seit x Jahren im Elsaß und wirst über Schulfranzösisch hoffentlich hinaus sein. Trotzdem wirst du von den Einheimischen herabgewürdigt und dir bescheinigt, dein Französisch wäre zu schlecht.

Ich will dir deine Illusionen nicht nehmen und das Elasß ist sicherlich eine sehr schöne Region (auch wenn mir die Bretagne besser gefällt), aber deine Erfahrungen scheinen die Klischees doch mehr als zu bestätigen :-) . Ich glaube, du bist inzwischen zu frantzösisch und dir fehlt der (kritische) Blick außen :-) .

In den Granzregionen nimmt die Beliebtheit von Französisch zugusten von Spanisch ebenfalls ab - die wollen auch nicht mehr so, wie noch vor ein paar Jahren.

PvC hat gesagt…

Nomadenseele, ich habe nicht von DEN Einheimischen gesprochen, sondern dezidiert von DEM Arbeitsamt und ein paar Betonköpfen auf Behörden. In den drei Ländern, in denen ich bisher gelebt habe, hat sich die Administration in dieser Hinsicht durch Ähnlichkeiten ausgezeichnet.

Da die Diskussion hier öffentlich ist, erlaubst du mir sicher, dass ich sie als ein Kommunikations-Beispiel für multinationale Kunden verwende?

Nomadenseele hat gesagt…

Nomadenseele, ich habe nicht von DEN Einheimischen gesprochen, sondern dezidiert von DEM Arbeitsamt und ein paar Betonköpfen auf Behörden.
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Die Bäcker und deren Kunden sind im Frankreich auch im öffentlichen Dienst ^^? DAS wusste ich jetzt wirklich noch nicht, danke für die Aufklärung.
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Nomadenseele (welch ein Name in diesem Zusammenhang)

- Wenn ein Pole sich von eiem Deutschland lebenden Türken nicht überreden lassen möchte, Deutsch zu lernen, weil ihn Schweden und damit die Sprache viel mehr interessiert, sollte er also darauf achten, welche Nicks er verwendet :P ?

Du hast Recht, ein vereinigtes Europa kann nur geschaffen werden, wenn sich jeder für alles interessiert, am besten nimmt man noch die okzitanische, friesische, sorbische ect. Sprache und Kultur mit. Alles andere sind Ignoranten, die nur stören!

PvC hat gesagt…

Nomadenseele, der Ton, den Sie mir gegenüber anschlagen, führt zu keiner fruchtbaren Diskussion, belassen wir es besser dabei.

Sabine Kanzler hat gesagt…

Pariser sind ein eigenes Völkchen - und in ihrer Eigenheit sehr konsequent. Sagen mir viele Franzosen.

Sie unterscheiden nicht "Franzose" conta "Ausländer", sie unterscheiden in "Pariser" und "Nicht-Pariser".

Hauptstädtische Gepflogenheiten bemerkt man gerne zur Rushhoure in der Metro und überall da, wo es fix gehen muss. Darin unterscheiden sie sich nicht von Hauptstädtern anderer Länder. In Berlin kann einem durchaus Vergleichbares passieren. Und wenn man sie dann einzeln trifft, dann sind sie eigentlich ganz nett. Wie Menschen überall eben so sind.

;-)

Ansonsten hat sich der Umgang mit radebrechenden Ausländern, gerade wenn sie aus Deutschland kommen, in den letzten Jahren enorm verändert. Mir begegnen in meinen regelmäßigen Frankreichurlauben viele (auf dem Markt, in Geschäften, im Caf ...), die natürlich merken, dass ich Deutsche bin, erzählen, dass sie eine Zeit in Deutschland gelebt haben und mit mir Deutsch sprechen wollen.

Und wenn ich mich durch die französische Grammatik wühle im Bemühen, einen korrekten Satz zu formulieren,lässt mir die Zeit, hilft ggf. und freut sich. Weil nämlich jeder weiß, dass Französisch schwierig ist. Das ist so, WEIL man Wert auf eine korrekte Sprache legt.

Meine Erfahrung jedenfalls aus Kontakten mit Franzosen in allen möglichen Zusammenhängen.

PvC hat gesagt…

Liebe Sabine, du hast die Unterschiede der Hauptstadt sehr lebendig beschrieben, wobei es, finde ich, ja noch extremer ist als in Berlin, da ein zentralistisches Land. Ich vergleiche gern Paris im Verhältnis zu Frankreich mit New York und den USA.

Der Middlewest wäre dann das Berry, aus dem die Nachrichten im französischen Fernsehen grundsätzlich mit Untertiteln kommen, weil der Rest des Landes den Tonfall so schlecht versteht. Man stelle sich den Service im deutschen Fernsehen vor: Endlich deutsche Untertitel für Sächsisch und Bayrisch! ;-)

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